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Dinkel – altes Korn ganz groß!

Der Dinkel

Ob Spelz, Vesen oder Schwabenkorn, das „altehrwürdige“ Getreide hat viele Gesichter. Mal als Korn der Kelten bezeichnet oder als fast vergessene Heilpflanze wiederentdeckt, der Dinkel hinterlässt eine imposante Spur bei seiner Reise durch die Geschichte.
Die Zeugnisse seines Wirkens finden sich sogar in den Namen alter deutscher Städte wieder, wie die Bezeichnungen Dinkelsbühl oder Dinkelscherben verraten. Kulturhistorisch blick die Pflanze auf einige tausend Jahre menschlicher Einflussnahme durch Auswahl und Züchtung zurück. Die Evolution dieses wichtigen Grundnahrungsmittels ist auch zugleich die Geschichte der menschlichen Zivilisation. Erst durch einen radikalen Wandel der Nomadenkulturen, hin zu den Ackerbau und Viehzucht betreibenden Völkern wurde auch die Form und Erscheinung des Kulturgetreides entscheidend mitgestaltet. Bereits vor über 9000 Jahren wurden die alten Verwandten des Dinkels, Einkorn und Emmer im Mittleren Osten angebaut. Mit Beginn der Sesshaftigkeit, der Vorratshaltung und der Kultivierung wilder Pflanzen brach die Ära der neolithischen Revolution an. Sie war das Ende einer Lebensweise als Jäger und Sammler und der Beginn der Jungsteinzeit. Der Getreideanbau wurde unabhängig voneinander im heutigen Afghanistan, aber auch im südlichen China und in Mittelamerika entwickelt. Zwischen Euphrat und Tigris, im alten „Mesopotamien“, wanderten die Süßgräser über dem „fruchtbaren Halbmond“ nordwärts, bis sie auch in Mittel- und Nordeuropa ankamen.

Der kleine Unterschied

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Während sich aus dem Zweikorn (Emmer), Sorten wie Hartweizen, Khorasan-und Rauhweizen entwickelten, entstand später aus dem „Dreikorn“ der Dinkel und der Weichweizen. Da der Dinkel, wie seine Vorfahren zu den Spelzgetreiden gehört, muss er in einem zusätzlichen Arbeitsschritt entspelzt werden. Auch im Ertrag, liegt er im Vergleich zu modernen Weizensorten weit zurück. Mit Beginn der Industrialisierung in der Landwirtschaft, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch der Dinkel im zunehmenden Maße uninteressant. Da er keine Behandlung von mineralischem Stickstoff-Dünger verträgt, wurde der „Altehrwürdige“ bald vom Thron verstoßen und durch andere Züchtungen ersetzt. Erst mit dem Aufkommen der Vollwert-Ernährung und der Rückbesinnung auf nachhaltige Anbaumethoden erfuhr der Dinkel wieder eine kleine Renaissance.

Die bessere Wahl

Dinkel und „Bio“ passen gut zusammen. Seine beharrliche Weigerung unter Verwendung synthetischer Dünger, sich jeglicher Ertragssteigerung zu unterwerfen, macht ihn für den ökologischen Landbau interessant. Hier kann nur mit natürlichen Maßnahmen an der Bodenfruchtbarkeit gearbeitet werden, um Ertrag und Qualität des Korns zu verbessern. So fördert der Dinkelanbau aktiv den Umweltschutz und die Auseinandersetzung mit nachhaltigen Anbaumethoden. Seine positiven Eigenschaften, sowie seine zunehmende Popularität machen ihn für die Bio-Landwirtschaft unverzichtbar, die mittlerweile eine stolze Auswahl an neuen Sorten präsentieren kann. So bilden Dinkelsorten wie Zollerspelz, Schwabenkorn oder Franckenkorn nur einen kleinen Überblick über die Neuzüchtungen, die aus dem traditionellen Korn hervorgegangen sind.

Altes Korn ganz groß

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Als man vor über 300 Jahren aus einer Hungersnot heraus die Ernte viel früher einfahren musste, während die Ähren noch grün auf dem Acker standen, entdeckte man gleichzeitig eine neue Zubereitungsart. Der unreife Dinkel wurde am Feuer getrocknet und später zur Suppe verarbeitet. Das grüne Korn eignete sich zwar nicht mehr zum Backen, aber es linderte die Not und ergänzte die heimische Küche um eine weitere Spezialität. So entstand im Odenwald der „Grünkern“. Er stellt damit keine eigene Getreidesorte dar, sondern ist das Ergebnis einer vorzeitigen Ernte. Neue wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen dem „alten Korn“ eine stärkende und vitalisierende Eigenschaft, die sich aus dem hohen Mineralstoffgehalt und der günstigen Eiweißzusammensetzung ergeben. Und weil das Korn in einer festen Spelzhülle sitzt ist es auch weitgehend vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt.

Tipp:

Der westfälische Biohersteller Natumi verwendet seit Jahren heimische Dinkelsorten aus eigenem Anbau für seine Produkte. Hier werden Sorten wie Franckenkorn und Zollerspelz verarbeitet, die die Grundlage der Natumi-Dinkeldrinks bilden.

Quellen:
http://www.urkrone-dinkel.de
http://www.suz-mitte.de
https://de.wikipedia.or
http://www.natumi.com

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